MIFID II

Erhöhte Transparenz, Anlegerschutz und Risikominderung

MIFID II war zunächst als Revision von MIFID I vorgesehen. Als jedoch 2008 die Finanzkrise ausbrach, wurde deutlich, dass eine einfache Revision nicht ausreichen würde. Mit MIFID II will der europäische Gesetzgeber die Finanzindustrie komplett umgestalten, vom Handel bis zur Verwahrung. Mehr Transparenz, Anlegerschutz und Risikominderung sind die Hauptziele von MIFID II.

Die wichtigsten Änderungen unter MIFID II sind:

I. Verbesserter Anlegerschutz durch:

  • Best Execution

Die Finanzkrise hat alle getroffen. Viele Investoren verloren Geld, weil sie nicht informiert waren und sich der Risiken und Folgen, die Risikobereitschaft haben könnte, nicht bewusst waren. Daher liegt nun ein großer Schwerpunkt auf dem Anlegerschutz. Transparenz ist ein wesentlicher Schritt, um Investoren die notwendigen Informationen zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus sollten sich die Anleger darauf verlassen können, dass ihr Dienstleister ihnen den bestmöglichen Service bietet. Der europäische Gesetzgeber hat daher die Regeln für die Best Execution verschärft. Während MiFID I verlangte, dass alle angemessenen Anstrengungen unternommen werden sollten, um die bestmögliche Ausführung zu gewährleisten, verlangt MiFID II nun, dass alle erforderlichen Schritte unternommen werden. Dieser Unterschied in einem Wort ist von großer Bedeutung, indem er den Anlegern die Garantie gibt, dass sie die bestmögliche Ausführung erhalten.

  • Vor- und Nachhandelstransparenz und Berichterstattung

Das System der Transparenz und Berichterstattung vor und nach dem Handel soll dazu führen, dass der Öffentlichkeit und der Regulierungsbehörde eine große Menge an Daten zur Verfügung steht. Die Berichterstattung vor dem Handel liegt in der Verantwortung der Handelsplätze und systematischen Internalisierer (SI). Die Berichterstattung nach dem Handel kann auch von Ausführungsplätzen durchgeführt werden, liegt jedoch in der Verantwortung der Investmentfirma. Dabei muss zwischen der Berichterstattung an die Regulierungsbehörde über den „Authorized Reporting Mechanism“ (ARM) und der Berichterstattung an den „Markt“ anhand des „Approved Publication Arrangement“ (APA) unterschieden werden.

  • Transaktionskostenanalyse
  • Unabhängige Anlageberatung
  • Aufzeichnung von Voice-Trading und elektronischem Handel
  • Erfahrene Mitarbeiter
  • Tauglichkeitsprüfung (nicht im Angebot von AFS inbegriffen)
  • Produkt-Governance (nicht im Angebot von AFS inbegriffen)

II. Das organisierte Handelssystem (OTF)

Mit MIFID II wird eine neue Art von Handelsplatz eingeführt: das organisierte Handelssystem (OTF). Ein OTF ist ein multilaterales System wie ein geregelter Markt oder MTF. In einem OTF können Dritte, die Anteile an Schuldverschreibungen, strukturierten Finanzprodukten, Emissionsrechten oder Derivaten kaufen und verkaufen, in einer Weise interagieren, die zu einem Vertrag führt. Der größte Unterschied besteht in der Fähigkeit des Marktbetreibers eines OTF, in der Matching-Methodik diskret vorzugehen.

III. Direct Market Access (DMA) und Automatisierter Handel

IV. Drittstaaten-Richtlinie (nicht im Angebot von AFS inbegriffen)